Neuer Geburtsvorbereitungskurs in Ehingen

Aufgrund der sehr großen Nachfrage im Bereich Geburtsvorbereitung biete ich in der Familienschule Wunderfitz in Ehingen zum ersten Mal einen Geburtsvorbereitungskurs an, der überwiegend am Vormittag stattfindet.
Beginn der wöchentlichen Treffen: 14.09. -12.10.2016 von 9-11 Uhr, dann folgen noch zwei Abendtermine am 18.10 und 25.10 von 18:30-20:30 Uhr. Der Partnerabend findet am 18.10.2016 statt.
Anmeldungen werden ab sofort angenommen.

Rückbildung ist das wirklich nötig?

Warum ist Rückbildung / Beckenbodentraining nach einer Geburt sinnvoll und vorallem WICHTIG?

In Norwegen wurde eine große und wissenschaftlich viel beachtete Studie durchgeführt. Ein Ergebniss davon war, dass Frauen, welche eine vaginale Geburt erlebt hatten, im späteren Lebensverlauf zu 21% eine Urininkontinenz entwickelten. Bei Frauen nach einer Kaiserschnitt-Geburt lag das Risiko immer noch bei 15,9% – dies ist zwar geringer, aber dennoch ist das Risiko deutlich vorhanden. Da es schon während der Schwangerschaft zu Veränderungen des Beckenbodens (Dehnung, Erschlaffung, etc.) kommt, ist eine Rückbildung nach einem Kaiserschnitt auch dringend erforderlich.
Sollten Sie nach der Geburt und im Wochenbett keine Beeinträchtigungen spüren oder erfahren, so empfiehlt es sich trotzdem, einen Kurs für Rückbildungs-Gymnastik zu besuchen, denn der Beckenboden vergisst nicht, er möchte auch gepflegt werden. Jede vierte Frau über 45 Jahren klagt über Blasenschwäche, denn Schwangerschaft und Geburt strapazieren den Beckenboden erheblich, durch geschwächte Muskeln, Sehnen und Bänder können Funktionseinschränkungen entstehen die sich z.T. erst im höheren Alter bemerkbar machen. Dies könnten z.B. Beschwerden im Rücken- oder Beckenbereich, Druckgefühl im Unterleib, Schmerzen im Bereich des Beckens, sexuelle Unlust, Gebärmuttersenkung und zu guter Letzt auch ästhetische Beeinträchtigungen durch schlaffe Muskeln im Beckenboden, dies hat eine schlechte Körperhaltung zur Folge.

Die Lösung für all diese Probleme sind denkbar einfach: Nehmen Sie sich nach der Geburt auch Zeit für die Rückbildung Ihres Körpers, er wird es Ihnen danken. Oder wie schon Sebastian Kneipp wusste: „Wer keine Zeit für seine Gesundheit hat, wird später viel Zeit für seine Krankheiten brauchen.“

After-Baby-Body – Prominente vermitteln falsches Bild!

Stars und Sternchen wie Herzogin Kate, Heidi Klum oder Daniela Katzenberger nehmen nach der Geburt rasend schnell ab: mit Crash-Diäten und einem knallharten Fitnessprogramm. Dieser Trend, nach der Geburt schnell wieder den „perfekten Body“ zu haben, greift immer mehr um sich. Der Druck auf die frischgebackenen Mütter wird durch die Medien immer mehr verstärkt und von der Fitnessindustrie dankbar aufgegriffen. Aber wie gesund ist dieser Trend und schadet dieser der Mutter oder gar dem Kind?

Gleich vorneweg: dieser Trend ist tatsächlich nicht förderlich für die Gesundheit! Mütter sollten nicht möglichst schnell und zwanghaft den eigenen Körper wieder in Form bringen, bevor sich der Körper nicht ausreichend von der Geburt erholt hat. Es besteht ein erhöhtes Risiko, dass die Narbe vom Kaiserschnitt oder dem Dammriss nicht richtig verheilen. Bei zu hartem und intensiven Training kann der Beckenboden überlastet werden, die Folgen davon sind oft erst Jahre später spürbar, es drohen Leistenbrüche und Inkontinenz. Letztlich gelingt es sowieso nicht, allein durch Sport einen straffen Bauch oder eine straffe Brust zu bekommen, denn vieles ist von der genetischen Veranlagung abhängig. Auch fürs Kind können Diäten der Mutter Risiken beinhalten: damit ein Säugling optimal mit Nährstoffen versorgt ist, braucht er Ballaststoffe, Magnesium, Zink, Vitamine B6 und Folsäure. Dies alles ist in einer ausgewogenen Ernährung enthalten. Zudem sei noch angemerkt: voll stillende Frauen dürfen 400-600 kcal mehr als üblich zu sich nehmen.

Medizinisch sinnvoll ist es, einen Rückbildungskurs ca. 6-8 Wochen nach Geburt zu besuchen, von anstrengenden Bauchmuskelübungen usw. davor ist abzusehen, da durch die Geburt, egal ob Spontangeburt oder durch Kaiserschnitt, der Beckenboden und die Bauchmuskulatur stark überdehnt sind. Darüberhinaus haben wissenschaftliche Studien gezeigt, dass Frauen, die ihr Kind stillen, von alleine abnehmen – wenn sie ihre Essgewohnheiten von vor der Schwangerschaft wieder aufnehmen. Allein durch die Geburt wird das Gewicht schon um ca. 6 Kilo gemindert (Baby, Fruchtwasser, Plazenta, Wassereinlagerungen etc.)

Die Deutsche Sporthochschule rät: „Nach der Geburt sollten Sie in jedem Fall unter gezielter Anleitung einer spezialisierten Hebamme oder Physiotherapeutin mit einem Rückbildungstraining beginnen. In der Regel ist der Beckenboden erst nach 6-9 Monaten wieder voll belastbar, deshalb raten wir zunächst zu Beckenboden schonendem Sport.“

Mein Tipp: Geben sie ihrem Körper Zeit! Eine alte Hebammenweisheit, die sich immer wieder bewahrheitet, lautet: Die Regeneration des Körpers nach Geburt dauert so lange wie eine Schwangerschaft!

Weiterführende Link:
Gewicht während und nach der Schwangerschaft (zur Studie in englisch)
Million Women Study (in englisch)
Deutsche Sporthochschule

Paarkurs ab Februar 2016

Ab dem 17. Februar 2016 findet wieder ein Paarkurs statt. Anmeldung und Information über diese Seite möglich (Angebote-Paarkurs) oder über die Familienschule Wunderfitz.

Zufriedenheit der Mütter hängt von der Geburtsmethode ab

In der Wiener Studie von 2013 wurde u.a. untersucht, wie sich eine Spontangeburt und ein sekundärer (nicht geplanter) Kaiserschnitt auf die Zufriedenheit der Mütter auswirkt. Die Ergebnisse dabei waren sehr deutlich: Mütter mit einer spontanen Entbindung haben durchschnittlich weniger Schmerzen, fühlen sich deutlich kraftvoller und stärker und fühlen sich deutlich weniger hilflos.

Ein ungeplanter Kaiserschnitt wird häufig als Notsituation empfunden und als ein verunsicherndes Erlebnis, auch sind die Mütter danach häufig weniger selbstsicherer. Das Selbstwertgefühl nach einer vaginalen Geburt ist signifikant höher als bei einem Kaiserschnitt.

Das Gesamtbild zeigt, dass sich eine vaginale Geburt stark auf die Zufriedenheit der Mutter auswirkt. Auch 4-6 Monate nach der Geburt sind 68% der Frauen sehr zufrieden mit dem Geburtserlebnis, hingegen sind nur 20% bei einem ungeplanten Kaiserschnitt sehr zufrieden mit der Geburt.

Bei einer immer stärker steigenden Kaiserschnittrate in Deutschland wäre es also notwendig auch die Folgen von Schnittentbindungen und die damit verbundenen psychosozialen Belastungen in den Blick zu nehmen.

Zur Studie

Glyphosat in der Muttermilch

Die Bundestagsfraktion der Grünen hat am 25. Juni berichtet, dass in 16 Proben von Muttermilch der Pflanzenschutzmittelwirkstoff Glyphosat nachgewiesen wurde. Für viele Mütter stellt sich also die Frage: „Ist es für mein Kind gesund, wenn ich es stille?“
Betrachtet man die untersuchten Werte genauer, so hat das Bundesamt für Risikobewertung die Ergebnisse mit den geltenden Höchstaufnahmemengen verglichen und dabei kamen sie zu folgendem Ergebnis:

die gesundheitlich unbedenkliche Menge liegt bei einer Aufnahme von 0,3mg pro Kilo Körpergewicht. Die gefundene Menge in der Muttermilch von 0,000065mg entspricht also einem Wert der ca. 4000 mal niedriger ist als die täglich akzeptierte Aufnahmemenge.

Fazit: Sie können ihr Kind unbedenklich weiterstillen, ihre Milch ist und bleibt das Beste was ihr Kind zu sich nehmen kann

Weitere Infos zu Glyphosat (Unkrautvernichtungsmittel) in der Muttermilch finden Sie hier:
Auf der Seite des Hebammenverbandes und
die Stellungnahme des BfR und der Nationalen Stillkommission.

Zur Landeshebammentagung

Die Landeshebammentagung in Freiburg war sehr bereichernd und interessant, viele gute Inputs gab es für die Hebammen. Besonders informativ war der Blick auf die Mutter-Kind-Bindung nach einem Kaiserschnitt. Einige Kliniken sind glücklicherweise schon vorbildliche Vorreiter wenn es um frühzeitliche Bindung geht. Der frühe Hautkontakt zur Mutter ist dabei nur eines der Merkmale die beachtet werden müssem.
Desweiteren referierte Christiane Schwarz über CTG-Überwachung während der Entbindung. Viel Technik residiert in der Zwischenzeit in unseren Kreißsälen, sie sollte aber die Hebammen nicht von ihrer guten Arbeit, ihrem Gespür und Wissen entbinden.
Wer sich noch mehr belesen möchte zum Thema, hier kommt der Link:
Landeshebammentagung

 

Landeshebammentagung in Freiburg

Heute morgen beginnt die Landeshebammentagung in Freiburg. Themen sind unter anderem: Spontangeburt nach Sectio, die Theorie-Praxisfalle am Beispiel des CTG, Wehenregulationsstörungen, die Förderung der physiologischen Geburt und die „ersten Lebensstunden“. Spannende Themen warten also auf mich und ich bin sehr gespannt. Werde in den kommenden Tagen einen kleinen Bericht über die Highlights hier posten.